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Resultate von Zahnimplantationen bei Patienten, die oral Bisphosphonate einnehmen: ein Review von 115 Fälle

Autor/Quelle:
Grant BT, Amenedo C, Freeman K, Kraut RA.; Department of Oral and Maxillofacial Surgery, Albert Einstein College of Medicine/Montefiore Medical Center, Bronx, NY 10467-2460, USA.
(J Oral Maxillofac Surg. 2008 Feb;66(2):223-30)

ZWECK: In den letzten Jahren wurde von zahlreichen Fällen einer Osteonekrose des Kiefers in Verbindung mit Bisphosphonat berichtet, bei der sowohl intravenöse als auch orale Therapiepläne angewendet wurden.
Beim Großteil dieser Fälle wurden intravenöse Bisphosphonate angewendet. Infolge dessen veröffentlichten Medikamentenhersteller und die US Food and Drug Administration (FDA) Warnungen bezüglich einer möglichen bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose des Kiefers. Die American Dental Association (ADA) sowie die American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons (OMS) versammelten ein Panel aus Experten zur Formulierung von Behandlungsrichtlinien. Beide Panels differenzierten zwischen jenen Patienten, welche die Bisphosphonate intravenös erhielten und jenen die die Medikamente oral zu sich nahmen.
Jedoch basierten die Empfehlungen auf begrenzten Daten, insbesondere hinsichtlich der Patienten, die orale Bisphosphonate zu sich nahmen. Wir wollten das Ausmaß feststellen, zu dem eine bisphosphonat-assoziierte Nekrose des Kiefers bei unseren Zahnimplantat-Patienten auftrat . Ebenso wollten wir nachweisen, ob es irgendwelche Anzeichen dafür gibt, dass, wie durch Albrektsson und Zarb definiert, die Bisphosphonattherapie den Gesamterfolg der Implantate beeinträchtigt.

PATIENTEN UND METHODEN: Wir identifizierten 1.319 weibliche Patienten über 40 Jahre, die zwischen Januar 1998 und Dezember 2006 Zahnimplantate im Montefiore Medical Center erhielten. An alle 1.319 Patienten wurde ein Fragebogen zur Bisphosphonattherapie gesandt . Es gingen von 458 Patienten Antworten ein, von denen 115 davon berichteten, dass sie oral Bisphosphonate genommen hatten. Niemand hatte intravenös Bisphosphonate erhalten. Alle 115 Patienten wurden kontaktiert und über die Risiken einer bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose des Kiefers informiert. Es kehrten zweiundsiebzig Patienten zur Klinik zurück, um eine klinische und radiologische Bewertung durchführen zu lassen.

ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 468 Implantate bei den 115 Patienten eingebracht, die davon berichteten, dass sie eine orale Bisphosphonat-Therapie erhalten hatten. Es gibt bei keinem der Patienten, die in der Klinik bewertet wurden und jenen, die telefonisch oder per e-mail davon berichteten, keine Symptome zu haben, einen Nachweis einer bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose des Kiefers.
Von den 468 Implantaten, integrierten sich alle bis auf 2 vollständig und entsprechen den Kriterien einer erfolgreichen Implantatbehandlung. Die Implantat-Erfolgsraten waren für Patienten mit oraler Bisphosphonattherapie und jenen, die keine orale Bisphosphonattherapie erhalten hatten, vergleichbar.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Richtlinien zur Behandlung von Zahnimplantaten mit intravenöser Bisphosphonatbehandlung, sollten unterschiedlich sein als für Patienten, die orale Rezepturen dieser Medikation zu sich nehmen. In dieser Studie trat die orale Bisphosphonattherapie nicht zu einer signifikanten Beeinträchtigung des Implantatserfolgs auf. Die Implantatchirurgie bei Patienten, die eine Bisphosphonattherapie erhalten, führten nicht zu einer bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose des Kiefers. Nichtsdestotrotz existiert ausreichend Nachweis dafür, dass es sich empfiehlt alle Patienten, die sich einer Implantation unterziehen, nach einer Bisphosphonattherapie, einschließlich der eingenommenen Medikamente, der Dosis sowie zur Länge der Behandlung zu befragen, die vor dem chirurgischen Eingriff vollzogen wurde.
Für Patienten mit einer oralem Bishphonatbehandlung von über 3 Jahren und Patienten mit einer begleitenden Behandlung mittels Prednison sollten zusätzliche Tests und alternative Behandlungsoptionen Berücksichtigung finden. 




Auswirkungen des Rauchens auf das Ergebnis von Implantatbehandlungen: eine Literaturübersicht

Autor/Quelle:
Baig MR, Rajan M., Department of Prosthodontics, Ragas Dental College and Hospital, Uthandi, Chennai - 600 019, India.
(Indian J Dent Res. 2007 Oct-Dec;18(4):190-5.)

PROBLEMSTELLUNG: Die Verwendung von osseointegrierten Implantaten als Basis für den prothetischen Ersatz fehlender Zähne hat sich im letzten Jahrzehnt weit verbreitet. Aufgrund des bemerkenswerten Erfolgs von Zahnimplantaten wuchs das Interesse daran, jene Faktoren zu identifizieren, die mit dem Verlust von Implantaten in Verbindung stehen.
In Anbetracht der gut dokumentierten schädlichen Wirkung des Rauchens auf die Wundheilung nach einer Zahnextraktion und dessen Verbindung mit geringer Knochenqualität sowie parodontitischen Erkrankungen, ist von einem Negativeffekt des Tabakkonsums auf den Erfolg eines Implantats auszugehen.

ZWECK: Es soll eine Beziehung zwischen dem Rauchen und dem implantatbezogenen chirurgischen Prozedere (d.h. Sinusliftprozeduren, Knochentransplantaten und Zahnimplantaten), einschließlich dem Auftreten von Komplikationen bezüglich dieser Prozeduren und dem langfristigen Überleben sowie der Erfolgsrate von Zahnimplantaten bei Rauchern und Nichtrauchern, basierend auf der relevanten Literatur, erstellt werden.

MATERIAL UND METHODEN: Überprüft wurden relevante klinische Studien, die in englischer Sprache während der Jahre 1990 und 2006 veröffentlicht wurden. Die Artikel wurden mittels Medline ausfindig gemacht sowie, manuell, mit Hilfe der Referenzen von Experten überprüfter Literatur. Dies wurde ergänzt mit einer manuellen Suche ausgewählter Fachzeitschriften und Fachbüchern der Zahnheilkunde.

ERGEBNISSE: Der Großteil der früheren und gegenwärtigen Literatur nennt das Rauchen als einer der bedeutendsten Risikofaktoren, der die Erfolgsrate von Zahnimplantaten beeinflusst, wobei nur einige wenige Studien es versäumten, eine Verbindung zu erstellen. Die meisten Studien berichten von einer mehr als doppelt so hohen Implantatsverlustrate bei Rauchern als wie bei Nichtrauchern.
Diese Feststellungen lassen sich nur schwer ignorieren. Es gibt einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Rauchern und Nichtrauchern innerhalb der Verlustrate von Zahnimplantaten.
Das Rauchen hat auch einen starken Einfluss auf die Komplikationsraten der Implantate: es verursacht einen signifikant mehr marginalen Knochenverlust nach der Implantateinbringung, es erhöht das Auftreten einer Periimplantitis und beeinträchtigt die Erfolgsrate von Knochentransplantaten. Die Verlustrate von Implantaten, die in der transplantierten maxillaren Sinus eingebracht wurden, ist bei Rauchern abermals mehr als doppelt so hoch als bei Nichtrauchern.

SCHLUSSFOLGERUNG: Raucher weisen eine höhere Verlustrate und verstärkt Komplikationen nach einer Zahnimplantation sowie nach implantatbezogenem chirurgischen Prozedere auf. Die Verlustrate von Implantaten, die in die transplantierte maxillare Sinus bei Rauchern eingebracht wurden, ist mehr als doppelt so hoch als bei Nichtrauchern




Wie Diabetes und Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen

Es gilt als allgemein bekannt, dass Diabetes mellitus schwerwiegende Folgekrankheiten vor allem am Blutgefäßsystem nach sich ziehen kann – mit Augen-, Nieren- und Nervenschäden oder diabetischem Fußsyndrom. Klinische Studien belegen, dass auch Parodontitis zu diesen Folgekrankheiten gehört. Gleichzeitig hat auch eine schwere, unbehandelte Parodontitis ungünstige Auswirkungen auf den Diabetes. Häufig sind Diabetes-Patienten darüber nicht ausreichend informiert.

„Die ständig steigenden Zahlen von Diabeteskranken – auch bei vielen Kindern und Jugendlichen – zeigen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Aufklärung zu einer gesunden Lebensführung und Ernährung von allen Partnern im Gesundheitswesen“, so der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich. Dies verdeutlicht, dass Medizin und Zahnmedizin bei der Bekämpfung der Diabetes zum Wohl des Patienten immer näher zusammen rücken. Nach neueren Erkenntnissen tragen Diabetiker im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein dreifach höheres Risiko an Parodontitis zu erkranken. Umgekehrt kann sich die Parodontitis negativ auf den Diabetes auswirken. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass die Entzündungsherde im Mund zu starker Schwankung und Verschlechterung der Blutzuckerwerte führen können. Umso wichtiger ist es, dass Diabetiker besonders auf ihre Mundgesundheit achten. Auf diese Weise kann die Gefahr von Folgeschäden erheblich eingedämmt werden. „Eine gründliche tägliche Mundpflege in Verbindung mit zahnärztlichen Kontroll- und Prophylaxe-Maßnahmen ist dafür die beste Voraussetzung“, so Michael Warncke, Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung der Colgate-Palmolive GmbH. Besonders die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt (abgekürzt: PZR) ist ein wesentlicher Baustein der Vorsorge und der notwendigen lebensbegleitenden Therapie. Durch sie kann der Parodontitis vorgebeugt und eine vorhandene Zahnbettentzündung eingedämmt werden, was durch Studien bereits in den Achtziger Jahren bewiesen wurde. Die Häufigkeit der Durchführung einer PZR richtet sich nach dem individuellen Erkrankungsrisiko. Im Gegensatz zur chirurgischen Parodontitistherapie ist die PZR als Vor- und Nachbehandlung bei einer Parodontitis nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. .„Insbesondere für Diabetiker ist die regelmäßige professionelle Zahnreinigung nicht nur eine lohnende Investition, um Mundkrankheiten vorzubeugen und Verschlechterungen zu vermeiden sondern auch um die Grunderkrankung und dadurch bedingte Komplikationen des Allgemeinbefindens dauerhaft zu verbessern“, betont Dr. Dietmar Oesterreich von der Bundeszahnärztekammer.
Wichtig ist auch die Mithilfe des Diabetes-Patienten. Er sollte seinen Zahnarzt frühzeitig über seine Krankheit, den Verlauf und seine Blutzuckerwerte informieren, damit dieser die Behandlung darauf abstimmen kann. Diese Behandlung sollte in der häuslichen Prophylaxe eine sinnvolle Ergänzung finden, denn damit kann der Patient selbst einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung seiner Mundgesundheit und somit zur Risikoverringerung von Folgeerkrankungen leisten.

Eine weitere Gemeinsamkeit von Parodontitis und Diabetes: Beide Krankheiten werden in hohem Maße durch entsprechende Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen beeinflusst. Während beim Typ-II-Diabetes zu den auslösenden Faktoren vor allem eine unausgewogene Ernährung und unzureichende Bewegung gehören, sind es bei der Parodontitis eine unzureichende Mundhygiene, unausgewogene Ernährung und das Rauchen.

Quelle: Bundeszahnärztekammer

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