| Kinder in Deutschland putzen zu wenig Zähne Jedes zehnte Kind in Deutschland hat mehr als zwei kariöse Zähne. Hauptursache ist die mangelnde Zahnpflege: Jeder dritte Sprössling putzt nur einmal täglich oder noch seltener die Zähne. Welche Folgen die unzureichende Zahnpflege hat, zeigt sich im späteren Erwachsenenalter. Nicht einmal ein Prozent der Deutschen kann mit einem kariesfreien Gebiss glänzen. Karies ist damit noch vor Herz-Kreislauferkrankungen die verkannte Volkskrankheit Nr. 1.
Prophylaxe bei Kindern A und O
Eltern nehmen bei der Vermittlung und Kontrolle der richtigen Zahnpflege eine Schlüsselrolle ein. Empfohlen wird, Kindern frühzeitig die Routine anzugewöhnen, nach jedem Essen die Zähne zu putzen. Auch der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt gehört für eine umfassende Vorsorge dazu. Eltern sollten sich nicht darauf verlassen, dass Kinder unter zwölf Jahre regelmäßig in Kindergärten und Schulen untersucht werden. So werden trotz gesetzlichen Auftrags vom Schulzahnarzt durchschnittlich nur ungefähr 70 Prozent der Sprösslinge erreicht. Die Individualprophylaxe beim Hauszahnarzt, auf die Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren einmal jährlich Anspruch haben, ist also unentbehrlich.
Im Rahmen der Individualprophylaxe werden auch die Kosten für die Versiegelung der bleibenden Backenzähne übernommen. Bei knapp jedem dritten Zwölfjährigen bleibt das allerdings aus. Dabei ist wissenschaftlich bestätigt, dass versiegelte Zähne nach vier bis fünf Jahren nur halb so viel Karies aufweisen wie die nicht versiegelten. "Zur konsequenten Mundhygiene sollten daher vier Grundsätze eingehalten werden", rät Frank Grunwald, Gesundheitsexperte vom Deutschen Ring, und fasst zusammen: "Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt, zahnverträgliche Ernährung und systematische Zahnpflege sowie Fluoridierung". Gründlich gepflegt, könnten Zähne dann bis ins hohe Rentenalter gesund und schön erhalten bleiben. Umfassende Tipps zur gezielten Zahnpflege, Prävention und richtigen Ernährung werden unter www.deutscherring.de/RingGesundheitsWelt angeboten.
Erwachsene vermehrt von Wurzelkaries betroffen
Voraussetzung ist Kontinuität: Die regelmäßige Zahnpflege kombiniert mit prophylaktischen Maßnahmen sollte auch im Erwachsenenalter beibehalten werden. So ist beispielweise Wurzelkaries mit zunehmendem Alter immer verbreiteter. Das hängt häufig mit dem alters- und entzündungsbedingtem Zahnfleischrückgang zusammen. Dadurch liegt der Zahnhals frei und ist anfälliger für Karies. Bei den 65- bis 74-Jährigen ist Wurzelkaries in den letzten zehn Jahren vermehrt aufgetreten. 1997 war noch jeder fünfte von ihnen betroffen, mittlerweile ist es mehr als jeder dritte.
Aber auch die Zahl der Kronenkariesfälle und der Parodontalerkrankungen nehmen mit dem Alter zu. Besonders lästig: Ist ein Zahn einmal angegriffen, wird er nicht mehr richtig gesund. Er kann höchstens repariert oder ersetzt werden. Doch Präventionsmaßnahmen zahlen sich aus: Verglichen mit anderen chronischen Erkrankungen, verzeichnet die effektive Mundhygiene gerade bei Karies besondere Erfolge. [ ©: PM http://www.deutscherring.de/ ]
Basics: Zahnlexikon-Online
Neue Gesundheitskarte: Experten warnen vor Hackerangriffen Harte Kritik übten die Referenten der Hamburger Veranstaltung von "Stoppt die E-Card" an der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in der geplanten Form. Sie wollen das weltweit größte IT-Projekt prüfen oder ganz stoppen.
"Die elektronische Gesundheitskarte ist ein teures, überflüssiges bürokratisches Monster", warnte der Arzneimittelexperte Professor Dr. Harald Schweim, ehemals Leiter des Instituts für Arzneimittelsicherheit im Bundesgesundheitsministerium (wir berichteten kurz). Das Versprechen, die neue Karte verbessere die Versorgung im Notfall sei "nur Makulatur", sagte Schweim. Derzeit gehe es bei den Kassen vor allem um den Onlinestammdatendienst, also die automatische Aktualisierung der Patienten-Stammdaten und um den Notfalldatensatz auf der Karte.
Zu der Hamburger Veranstaltung hatte die Aktion "Stoppt die E-Card" eingeladen. Silke Lüder, Hausärztin aus Hamburg und Sprecherin der Aktion, kritisierte die Kassen. "Sie wollen, dass wir in den Praxen bei Statusänderungen die Stammdaten unserer Patienten online ändern sollen. Damit werden uns Zeit raubende Aufgaben zugemutet, die eigentlich die Kassen zu erledigen hätten."
Auch Professor Hartmut Pohl, Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises Datensicherheit der Gesellschaft für Informatik, erhob schwere Bedenken gegen die elektronische Gesundheitskarte. Zwar sei die Digitalisierung im Gesundheitswesen mit elf Milliarden Transaktionen im Jahr und einem Datenaufkommen von 23,6 Terabyte (ohne Bilddaten) unverzichtbar, so Pohl, aber die Einführung der E-Card berge "Risiken, die in einer Risikoanalyse umfassend bewertet werden müssen."
Nach Pohls Ansicht ist eine sichere Speicherung von Daten im Internet trotz Verschlüsselung und Pseudonomisierung unmöglich. Pohl: "Alle Computer, Server, Bridges et cetera können erfolgreich angegriffen werden." Außerdem könnten die gespeicherten Gesundheitsdaten beliebig verknüpft werden mit Daten aus Genom- , Maut- , oder den Verbindungsdaten von Bankkonten und Telefongesellschaften.
"Damit können Fragen gestellt werde wie: Wer wohnt in Köln, hat im letzten Jahr mehr als 25 000 Euro verdient, war zwei Mal in den USA, fuhr mehr als fünf Mal mit dem Auto nach Aachen, telefonierte wöchentlich mit München und leidet an Schwerhörigkeit?", sagte Pohl. "Und auf eine solche Frage wird es eine Antwort geben." Pohl erwartet vor der Einführung der Karte: "Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Verbindlichkeit mit Authentizität und Beherrschbarkeit" der E-Card. Hausärztin Lüder forderte: "Wir wollen, dass die Bundesregierung ein Moratorium initiiert, das den Nutzen der Karte prüft." [ ©: Ärztezeitung ]
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