Keramik und Implantate
BDIZ EDI Expertensymposium: Welches Potenzial hat die Keramik in der Implantologie?
„Keramik in der Implantologie – Implantate, Aufbauen, Kronen“ lautet das Thema des 2. Expertensymposiums, das der Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte (BDIZ EDI) am 18. Februar 2007 in Köln ausrichtet. Nachdem 2006 die Sofortversorgung/ Sofortbelastung von Implantaten diskutiert wurde, geht der BDIZ EDI einen Schritt weiter und widmet sein 2. Expertensymposium dem Werkstoff Keramik.
Ohne Zweifel sind Kronen aus Vollkeramik derzeit das ästhetische Nonplusultra. Neben Referenten aus Wissenschaft und Praxis erläutern erfahrene Zahntechniker, was bei der Planung einer Vollkeramik-Versorgung zu berücksichtigen ist. In vielen implantologischen Praxen werden inzwischen sogar Aufbauten aus Keramik verwendet, weil sie in Verbindung mit den Kronen aus Keramik besonders ästhetische Ergebnisse erzielen.
Neu entwickelt werden Keramikimplantate, die eine völlig metallfreie Versorgung ermöglichen. Gibt es für die dentale Implantologie zufrieden stellende Landzeitstudien über moderne keramische Implantate? Beim Symposium des BDIZ EDI in Köln geht es um die Zukunftschancen des Werkstoffes Keramik beim Einsatz als Implantat. Die Dentalindustrie forscht und entwickelt auf diesem Feld bereits vielfältig. Zahlreiche Hersteller und Systemanbieter informieren die Kongressteilnehmer über den aktuellen Stand der Entwicklung solcher Implantate.
Wie bereits 2006 wird auch diesmal ein mit europäischen Wissenschaftlern und Praktikern hochrangig besetztes Gremium auf der nunmehr 2. Europäischen Konsensuskonferenz (European Consensus Conference EuCC) Leitsätze zum Thema des Expertensymposiums für die Praktiker formulieren und damit den Implantologen eine hilfreiche Grundlage für die Aufklärung und Behandlung der Patienten liefern. Das Konsenspapier der 1. EuCC zu Sofortversorgung/Sofortbelastung hat einen europaweit anerkannten Standard gesetzt und ist inzwischen wertvolle Hilfe im Umgang mit Kostenerstattern.
Quelle: zahn-online.de
Osteoporosemedikamente (Bisphosphonate) und ImplantationDie zahnärztliche Implantologie ist mit Erfolgsraten über 90 % das bei weitem erfolgreichste Gebiet beim Ersatz von Körperteilen. Die Einheilung der Implantate, die als künstliche Zahnwurzeln den Zahnersatz tragen, ist allerdings abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten. „Vor der Implantation ist schon bei dem geringsten Zweifel eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt notwendig“, so Christian Berger, Präsident des BDIZ EDI.
Bisphosphonate werden seit über 20 Jahren erfolgreich bei Knochentumoren, Kalziumüberschusssyndrom, Morbus Paget, aber auch bei Osteoporose und anderen Knochenstoffwechselstörungen eingesetzt. Inzwischen lässt eine Vielzahl von Studien darauf schließen, dass hohe Dosen von Bisphosphonaten bei der Behandlung von Tumoren und Osteoporose zu Osteonekrose (Absterben von Knochenzellen) führen können. Der dadurch verlangsamte Knochenstoffwechsel kann auch die Einheilung von Implantaten behindern. Diese Position des BDIZ EDI wird durch die jüngste wissenschaftliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) bestätigt. Solche Patienten bedürfen einer intensivierten Betreuung und Nachsorge.
„Nicht immer ist den Patienten bewusst, ob sie solche Medikamente erhalten oder erhalten haben, weil diese Arzneimittel oft intravenös verabreicht werden“, sagt Dr. Jörg Neugebauer, Vorstandsmitglied im BDIZ EDI und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität zu Köln. „Bei den intravenös verabreichten Präparaten, die zur Therapie bösartiger Knochentumoren verordnet werden, sind Halbwertszeiten von bis zu 10 Jahren in der Literatur angegeben. Bei den oral verabreichten Präparaten sollen die Halbwertzeiten geringer sein - auch der negative Effekt oraler Einnahme z. B. bei Osteoporose wird wesentlich geringer eingestuft.“ Nach Absetzen der Medikamente kann der für die Implantation schädliche Einfluss der Bisphosphonate noch lange nachwirken. Hinweise auf die Zugehörigkeit zur Gruppe der Bisphosphonate liefert die Endung „...dronat“ oder auch „...dronsäure“ am Namen des Medikamentenwirkstoffs.
Quelle:
BDIZ-EDI
Schmerzmittel Diclofenac ein Risiko ?
Diclofenac erhöht anscheinend Herzinfarktrisiko - Ibuprofen (in der Zahnheilkunde häufig eingesetzt) wohl nicht
Das gängige Schmerzmittel Diclofenac kann das Risiko für Herzinfarkte um bis zu vierzig Prozent erhöhen. Das schließen zwei australische Forscher aus der Analyse von über zwanzig großen Studien mit Daten von insgesamt mehr als 1,5 Millionen Teilnehmern. Andere Wirkstoffe aus der Gruppe der so genannten nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) wie Ibuprofen oder Naproxen scheinen das Herzinfarktrisiko dagegen nicht oder kaum zu beeinflussen. Diclofenac erhöht anscheinend Herzinfarktrisiko - Ibuprofen (in der Zahnheilkunde häufig eingesetzt) wohl nichtDas gängige Schmerzmittel Diclofenac kann das Risiko für Herzinfarkte um bis zu vierzig Prozent erhöhen. Das schließen zwei australische Forscher aus der Analyse von über zwanzig großen Studien mit Daten von insgesamt mehr als 1,5 Millionen Teilnehmern. Andere Wirkstoffe aus der Gruppe der so genannten nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) wie Ibuprofen oder Naproxen scheinen das Herzinfarktrisiko dagegen nicht oder kaum zu beeinflussen. Die beiden Forscher untersuchten in ihrer Studie sowohl die herkömmlichen NSAIDs als auch die relativ neue Schmerzmittelgruppe der so genannten Cox-2-Inhibitoren. Zu diesen gehört auch der Wirkstoff Rofecoxib, der in dem Arthritismedikament Vioxx zum Einsatz kam. Dieses wurde 2004 vom Markt genommen, nachdem bekannt geworden war, dass es das Herzinfarktrisiko erhöhen kann. Für ihre Studie durchforsteten die Wissenschaftler medizinische Datenbanken und wählten für ihre Analyse schließlich 23 Studien aus, in denen die Daten von mehr als 500.000 Patienten und über einer Million Kontrollpersonen erfasst waren. Das Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die nicht regelmäßig Schmerzmittel einnahm, erhöhte Diclofenac bereits in gängigen Dosen das Herzinfarktrisiko deutlich. Auch die negative Wirkung von Rofecoxib auf das Herz spiegelte sich in den Daten wider, schreiben die Forscher. Da Diclofenac weltweit zu den am häufigsten verwendeten Schmerzmitteln gehört, empfehlen die Forscher dringend, seine Wirkung auf das Herz genauer zu untersuchen. Für besonders problematisch halten sie in diesem Zusammenhang die Regulationsvorschriften für Schmerzmittel in Ländern, in denen Diclofenac nicht verschreibungspflichtig ist. Die anderen untersuchten Schmerzmittel, darunter das ebenfalls in Deutschland sehr gängige Ibuprofen und das verwandte Naproxen, hatten keine derart deutlichen Effekte. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass auch diese Wirkstoffe einen Einfluss auf das Herz haben, so die Forscher. Anlass der Studie war nach Angaben der Wissenschaftler die Entdeckung der negativen Wirkung von Rofecoxib auf das Herz. Das habe die Frage aufgeworfen, ob auch die zum Teil bereits seit Jahrzehnten verwendeten NSAIDs das Risiko für Herzinfarkte erhöhen, da die Wirkungsweise der beiden Substanzklassen ähnlich ist. Beide vermindern Schmerzen, indem sie die Produktion von Botenstoffen durch ein Enzym namens Cox-2 am Ort der Verletzung blockieren. Während die Cox-2-Inhibitoren jedoch so ausgelegt sind, dass sie ganz gezielt nur dieses Enzym angreifen, beeinträchtigen viele der älteren NSAIDs zusätzlich eine andere Cox-Form, die hauptsächlich im Magen-Darm-Trakt vorkommt. Aus diesem Grund treten bei der Verwendung von herkömmlichen NSAIDs häufig Nebenwirkungen wie Magenschmerzen und Magenbluten auf.
Quelle: Patricia McGettigan und David Henry (Universität von Newcastle): JAMA, Online-Veröffentlichung, DOI: 10.1001/jama.296.13.jrv60011
Diabetes und ImplantateDie Auswirkung von Diabetes auf die Osseointegration von Zahnimplantaten
Die erhöhte Prävalenz von Diabetes mellitus ist zu einem verbreiteten Gesundheitsproblem geworden. Hyperglykämie verursacht einen Anstieg der Morbidität und Mortalität dieser Patienten. Obwohl die direkte Beziehung zu Parodontose bereits aufgezeigt wurde, ist nur wenig über die Resultate von Zahnimplantaten bei Diabetikern bekannt. Die vorliegende Studie überprüft die Bibliografie, die sich mit den Auswirkungen von Diabetes auf die Osseointegration von Implantaten und die Heilung des Weichgewebes beschäftigt haben. In experimentellen Modellen des Diabetes ergab sich ein reduziertes Niveau des Knochen-Implantat-Kontakts (BIC), welches mittels einer Insulinbehandlung behoben werden kann. Verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung ist bei Diabetespatienten eine höhere Verlustrate zu beobachten. Der Großteil hiervon ergibt sich innerhalb des ersten Jahres der funktionalen Einbringung, was anscheinend auf die mikrovaskulären Komplikationen als möglichen Kausalfaktor deutet. Diese Komplikationen beeinflussen auch die Heilung des Weichgewebes. Es ist notwendig, diese Sonderbedingungen für das Einbringen von Implantaten bei Diabetespatienten zu berücksichtigen. Eine gute Kontrolle des Blutzuckerspiegels zusammen mit anderen Maßnamen, ließ den Prozentsatz der Überlebensrate von Implantaten bei diesen Patienten ansteigen
Autor/Quelle: Mellado-Valero A, Ferrer-Garcia JC, Herrera-Ballester A, Labaig-Rueda C.; Dr. Juan Carlos Ferrer Garcia, Unidad de Diabetes. Servicio de Medicina Interna, Consorcio Hospital General Universitario de Valencia (Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 2007 Jan 1;12(1):E38-43
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